
Wofür steht Srebrenica?
Das Massaker an der muslimisch-bosnischen Bevölkerung von Srebrenica begann am 11. Juli 1995. Über 8000 Menschen, vor allem Männer und Buben, wurden ermordet. Dieser Völkermord, verübt durch bosnisch-serbische Truppen, gilt als das größte Kriegsverbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Er fand im Bosnienkrieg statt, der durch die Ereignisse um den Zerfall des kommunistischen Vielvölkerstaates Jugoslawien ab 1991 ausgelöst wurde. Srebrenica befand sich innerhalb einer UN-Schutzzone an der Grenze Bosniens zu Serbien. Die UN hatte mehrere dieser Zonen eingerichtet, flankiert von militärischen Maßnahmen, war damit aber wenig erfolgreich.
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Niederländische Blauhelme nahe Srebrenica boten den bis zu 25000 Flüchtlingen letztlich keine Sicherheit. Von tausenden Männern, die versuchten, durch die Wälder zu flüchten, schaffte es nur ungefähr ein Drittel.
Die Täter richteten Massengräber ein und verteilten später die sterblichen Überreste, um die Morde zu verschleiern. Bis heute wird nach Knochen der Opfer gesucht.
Wegen der Verbrechen wurden der bosnische Serbenführer Karadzic sowie der serbische General Mladic vor dem Jugoslawien-Tribunal zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Internationale Gerichtshof wiederum erkannte 2007 an, dass in Srebrenica ein Völkermord verübt wurde.
Erst 2024 wurde mit einer UN-Resolution ein „Internationaler Tag der Besinnung und des Gedenkens an den Völkermord in Srebrenica“ beschlossen. Unter zahlreichen Enthaltungen und gegen die Stimmen etwa von Serbien, Russland, Ungarn und China. Der Resolutionsentwurf wurde auf die Initiative von Deutschland und Ruanda eingebracht.
Gegnerschaft zur Resolution gab es auch in Israel. Der Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Efraim Zuroff, äußerte mit einem Kommentar in der Zeitung Jerusalem Post am 17. April 2024: „Schließlich sind die Auswirkungen auf Israel besonders besorgniserregend. Die Gründe, die in dieser Resolution verwendet werden, könnten sehr leicht auf andere Konflikte, einschließlich Israels Aktionen in Gaza, angewendet werden.“
Die Rolle der deutschen Regierung beim Gaza-Krieg im Gegensatz zum Einsatz für die Resolution sorgte für den Vorwurf der Doppelmoral.
Foto: Die Gedenkstätte von Srebrenica, Pixabay